Modern Arnis |
||||
Arnis ist eine philippinische Kampfkunst, ein weicher Stil. Im Arnis werden die Bewegungsabläufe mit einem Stock trainiert. Wenn wir diese Bewegungsmuster
gelernt haben können wir sie auf Gegenstände des täglichen Lebens übertragen. Kugelschreiber, Buch, Handtuch, Schuh, Gürtel oder Zeitung werden dann für uns in der Selbstverteidigung sinnvolle Hilfsmittel. Arnis ist also nicht nur
Stockkampf, sondern ein viel umfassenderes System. Auch waffenlos funktionieren die Techniken und wenn man erkannt hat, daß sich Reflexschulung nicht unbegrenzt betreiben läßt, ist der erste Schritt zum Arnis schon getan. |
||||
Selbstverteidigung muß aus dem Stand, unaufgewärmt und in Straßenkleidung funktionieren - und das ohne akrobatische Fähigkeiten, bis ins hohe Alter. Neben dem
Modern Arnis, in dem der Stock die am häufigsten benutzte Waffe ist, wird aber auch noch das klassische Arnis gepflegt. Hier wir der Stock durch Schwert oder Machete ersetzt. Unsere Oberstufenschüler lernen auch den Umgang mit
verschiedenen Messern und die waffenlose Verteidigung gegen diese Waffen, genauso wie die Abwehr von Baseball-Keulen und Stahlketten. Neben der Vermittlung technischer Fähigkeiten, steht für uns aber der Versuch im Vordergrund,
gefährliche Situationen entweder zu vermeiden oder aber möglichst gewaltfrei aufzulösen. Erst wenn das nicht gelingt, sollen die Arnis-Techniken schnell, wirksam und ohne Schnickschnack eingesetzt werden. |
||||
Als einer der ersten Europäer machte der unter spanischer Flagge segelnde portugiesische Seefahrer und Eroberer Ferdinand Magellan mit der Kampfkunst der
Filipinos Bekanntschaft. Nachdem Magellan auf der Insel Mactan in den Zentralphilippinen gelandet war, versuchte er Besitzansprüche der spanischen Krone auf die umliegenden Inseln geltend zu machen. Als sich die Inselbevölkerung
widersetzte, kam es am 27. April 1521 zur Schlacht von Mactan, in der die spanischen Eroberer durch Lapu Lapu und seine Krieger vernichtend geschlagen wurden. Ferdinand Magellan verlor in der Schlacht sein Leben.Den überlieferten
Aufzeichnungen des italienischen Chronikers Antonio Pigaffetta, der Magellans Flotte angehörte, ist zu entnehmen, daß die Krieger Lapu Lapus das gut ausgerüstete spanische Heer mit Macheten, Hartholzstöcken, Schwertern und Speeren
unter Einsatz von äußerst effektiven Kampftechniken besiegten. Ein halbes Jahrhundert später kamen die Spanier mit einem weitaus größeren Heer zurück und leiteten damit eine fast 400jährige Besetzung der Philippinen ein. Während
der spanischen und darauffolgenden amerikanischen und japanischen Besetzung wurde Eskrima gegen den Willen der jeweiligen Besatzer als Geheimkunst innerhalb der Familienverbände sowie im engsten Freundeskreis von Generation zu
Generation weitergegeben. Nicht von sportlichen oder religiösen Aspekten sondern vom täglichen Überlebenskampf der Filipinos geprägt, entwickelte sich Eskrima zu einer der gefürchtetsten und effektivsten Kampfkünste. Viele
Filipinos emigrierten zum Anfang dieses Jahrhunderts nach Hawaii sowie in die USA von wo aus später die internationale Verbreitung der philippinischen Kampfkünste begann. Erst Mitte der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts setzte
eine von kommerziellen Interessen geprägte Versportlichung der philippinischen Kampfkunststile ein. Die Veränderung der ursprünglichen Techniken und Kampfprinzipien hatte eine starke Verbreitung der philippinischen Kampfkünste zur
Folge, wobei die Effektivität der einst gefürchteten Kampfkunst nach und nach verloren ging. Heute gibt es nur noch wenige Eskrima-Lehrer, die in der Lage sind die ursprünglichen Techniken und Konzepte zu unterrichten. |
||||