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Im April 1526 sandte Ferdinand Magellan einen moslemischen Händler als Botschafter zu Si Lapulapu mit der Nachricht "Unterwerft Euch dem König von Spanien oder Ihr werdet die erleben, wie unsere Lanzen
Wunden schlagen." Als Antwort sandte der Häuptling "Wenn Ihr Lanzen habt, so haben wir Bambus-Stangen und Stöcke, die in Feuer gehärtet wurden"
Dies führte zu dem wahrscheinlich ersten Arnis-Kampf in der phillipinischen Geschichte. Er endete in dem Sieg des berühmten Kämpfers Lapulapu und machte seinen Namen unsterblich in der Geschichte der phillipinischen
Kampfkünste. Die traditionelle Waffe im Kali (der alten Bezeichnung für Arnis) war ein kurzer, angespitzter Stock, der im Feuer gehärtet wurde. Seit damals wird der Kämpfer aus Cebu von Arnis-Anhängern als der unbestrittene
Vater des Arnis anerkannt. Interessanterweise haben die phillipinischen Kampfkünste die Jahrhunderte überlebt. In einem Land, in dem die Regierung die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen sicherstellen muss, gibt es einnige
Phillipinos, die ihr Leben der Weitergabe ihres Erbes der Kampfkünste an zukünftige Generationen gewidmet haben. Ohne Unterstützung durch die Regierung, habe sie ihre Künste bewahrt und
weiterentwickelt. Obwohl einige finanzielle Anerkennung erreichen konnten, ist der Weg dorthin schwierig und hart. Während der spanischen Besatzung war es der Bevölkerung verboten, Kali auszuüben. Die spanischen Missionare, die
in der Unterwerfung der Bevölkerung eine entscheidende Rolle spielten, führte die Moro-Moro-Spiele ein. In diesen Aufführungen sollte dargestellt werden, wie die
Einheimischen mit Schwert und Schild dazu gezwungen wurden, das Christentum anzunehmen. Den Phillipinos, die die spanischen Soldaten spielten, kam dies als
willkommene Gelegenheit, Kali zu üben. So kam es zu dem neuen Namen, Arnis, benannt nach den Unterarmschützern, die in diesen Spielen getragen wurden.
Ebenfalls in dieser Zeit begann die Bezeichnung der phillipinischen Kampfkünste als Eskrima, benannt nach der spanischen Fechtkunst. In den frühen 1950’ern war Filemon Caburnay ein bekannter Arnisador. Er nannte
seine Kunst Lapunti, in Erinnerung an die Orte, an denen sie enstand: Labangon, Punta Princesa und Tisa. Der Begriff Abanico wurde hinzugefügt, da die Bewegungen denen eines Fächers ähnelten. In seiner Jugend war er Händler,
der die Inseln Visayas bereiste. Ein Freund forderte ihn dazu auf, Großmeister des Arnis aufzusuchen, ihnen ein Geschenk, üblicherweise einen Dolch, mitzubringen, und sich als Arnis-Schüler vorzustellen. Auf den Inseln Samar, Bohol
und Panay verkaufte er seine Waren und verbesserte gleichzeitig seine Kampfkunst-Kenntnisse. So entstand Arnis de Abanico. Großmeister Filemon Caburnay gab seine Art des Arnis an seinen einzigen Sohn
Prudencio "Ondo" Caburnay weiter. Der Titel "Großmeister" wird im Arnis nur von anderen Arnisadores an den verliehen, der in seiner Kunst große Verbesserungen vornimmt. Ondo erwies sich als
hervorragender Kampfkünstler und Erbe seines Vaters in der Absicht, Effizienz und Qualität seines Arnis ständig zu verbessern. Nicht lange nachdem sein Vater in 1960’ern starb, erhielt Ondo den Titel "Großmeister". Er
führte die Kreuzschritte ein und entwickelte Stück für Stück einen eleganten und und schnellen Stil, der fatale Konsequenzen für den Gegener haben kann. Das gedeihen von Lapunti Arnis de Abanico war dadurch gesichert. In der
Zwischenzeit wurde Raoul Gianuzzi im Oktober 1962 in Luxemburg geboren. Nach seiner Kindheit entwickelte er eine unhaltbare Begeisterung für Kampfsport.
Mit 18 begann er, verschidene Kampfkünste zu studieren, unter anderem Ninjutsu, Wieng Tshung, Savate, Judo und Kickboxen. "Gia" begann, Kampfkunst nicht nur als ein Mittel für Angriff oder Verteidigung anzusehen,
sondern als eine Art, zu leben. 1980 trat er in die Luxemburgischen Armee ein und wurde später Ausbilder für Survival, Fallschirmspringen und Waffen in der Army Academy. Darüberhinaus war er als Leibwächter tätig, unter anderem für
den britischen Botschafter. Er erkannte, dass die Diziplin, die die Kampfkünste ihn gelehrt hatten, sich im täglichen Leben ebenso umsetzen lassen. Auf seiner Suche nach dem "besten" Stil, reiste er nach China, um dort
die Kampfkünste zu studieren. Er erweiterte sein Wissen um Akupunktur und Kräuterheilkunde. Zum erstenmal hörte er von Arnis in Europa. Er begann in Deutschalnd, sich mit Kali, Arnis oder Eskrima auseinanderzusetzen, den
hier gab es einige Kampfkünstler, die behaupteten, die Schüler phillipinischer Großmeister zu sein. Sein Suche führte ihn schließlich nach Cebu, denn er hatte von einem Großmeister
eines außergewöhnlichen Stiles aus Cebu gehört. Dabei handelte es sich um Großmeister Ondo Carbunay und sein Arnis de Abanico. In der Welt des Arnis war der unbesiegte Großmeister ein bekannter Mann. Ohne es zu wissen, traf
Großmeister Ondo endlich einen seiner besten Schüler. So begann die Verbreitung von Arnis de Abanico in Europa. Der Schüler aus Luxemburg hatte einen soliden Hintergrund in den Kampfkünsten. Die 16 Jahre, die er sich mit Kampfsport
befasst hatte, zahlten sich aus. Ab 1995 trainierte er jeden Tag mit Großmeister Ondo. Zurzeit hatt er den Titel “Master of Guro” inne, den 9. Dan, der sich eine Stufe unter dem des Großmeisters befindet. Letztes Jahr eröffnete er
die Lapunti Arnis de Abanico Academy, an deren Eröffnung Großmeister Ondo Carbunay teilnahm. Für beide Männer wurde ein Traum wahr. Für die Zukunft des Lapunti Arnis de Abanico bedeutet dies einen großen Schritt. Die Academy
ist positiv aufgenommen wurden, unter den Schülern befinden sich die Polizei und die Sondereinheiten von Luxemburg, junge Männer und Frauen, die begeistert sind von unserer besonderen Art der Kampfkunst. Großmeister Ondo und
Meister Gia haben große Pläne und wollen Seminare in Deutschland, Belgien, Frankreich und den vereinigten Staaten durchführen.Lapunti Arnis de Abanico ist eine sehr weit entwickelte, dynamische und lebendige Kampfkunst. Der
Einsatz von "taisabaki" (Kreuzschritten) ist dem Ninjutsu ähnlich, jedoch mit einer einfacheren Körperkoordination. Es wird Wert gelegt auf den Gebrauch des Körpergewichtes und dem Einsatz von Winkeln, um vorhandene
Kräfte besser zu nutzen. Lapunti Arnis de Abanico läßt sich mit verschiedenen Waffen einsetzen, wie Stock, Espada y Daga oder sogar Mano-Mano. Dies sind Aussagen von Meister Raoul Gianuzzi, der im Freien Spaaring mit anderen
Kampfkunst-Experten in Europa bewiesen hat, dass die phillipinischen Kampfkünste nicht unterschätzt werden dürfen. Großmeister Filemon und Si Lapulapu hätten sicher zugestimmt!
Geschichte des Lapunti Arnis de Abanico
Die bekanntesten Kenner dieses Stils waren die Saavedra Brothers aus Cebu, die ein Wiederaufleben des Arnis in der Provinz zu Beginn des Jahrhunderts ermöglicht
haben. Einer der Schüler, die sich diesem Sport widmeten, war Meister Arsenio Caburnay, er war der ältere Bruder von Großmeister Filemon Caburnay, der wiederum der Vater von Prudencio Caburnay war, der Lapunti Arnis de Abanico
organisiert und institutionalisiert hat. Lapunti steht für die Namen der drei Barangays Labangon, Punta und Tisa, die alle von Großmeister Filemon Caburnay besiegt wurden. Großmeister Filemon ist kürzlich verstorben aber sein
Sohn Prudencio jedoch ist unermüdlich bestrebt, das System weiter zu entwickeln und zu verbessern.Es war sein Sohn Prudencio, der in den 1960’ern den Abanico-Stil zu seiner heutigen Form verändert hat und später (1970’er) die
Kreuzschritte des heutigen Abanico-Stils eingeführt hat. Diese Verbesserung hat ihm den Titel "Großmeister" eingebracht. Am 24. März 1979, während des Ersten Arnis Wettbewerbes in Cebu, wurden Meister Ondo die Titel
"Best Arnis Fighter" und "National Arnis Association Champion" verliehen, nachdem er alle seine Gegner besiegt hatte, die andere Arnis-Stile vertreten hatten.
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